„Geschichte des Reviers – Vom Ankommen und Dazugehören“ – Ruhr Museum, 25. April 2026
„Gesichter des Reviers –
Vom Ankommen und Dazugehören“
Vernissage zur Ausstellung von Armin Rohde
Ruhr Museum, Essen
25. April 2026
Grußwort
Prof. Bodo Hombach
8. Oktober 2025
Verehrte, liebe Gäste,
verehrter Herr Oberbürgermeister Kufen,
verehrter Gastgeber, Herr Osses!
schön, dass auch Sie gleich sprechen. Das bereichert den Abend.
Wir teilen uns die 10 Minuten brüderlich. Ich habe meinen Text halbiert.
„Wie wohl ist mir an Sonn- und Feiertagen…,
so froh und frei, wenn hinten, fern…
die Völker aufeinanderschlagen.“
Goethes Biedermeier in Faust wird von der Gegenwart dementiert.
Fern ist nix mehr! Globale Innenpolitik rüttelt an der Haustür.
Migration im Gefolge. Asylrecht ist Menschenrecht. Solange ein Mensch an Leib und Leben bedroht ist gilt es unbedingt.
Der Betroffene hat keine Wahl.
Auch das Gastland hat keine – wenn es seinen humanen Besitzstand nicht preisgegeben will.
Was völlig anderes ist: „Arbeitsmigration“. Das ist Pragmatismus auf Gegenseitigkeit. Der Migrant kann entscheiden, welches Land ihm zusagt. Das darf entscheiden, ob es ihn haben will. Wie Einheimische muss er oder sie sich an die Hausordnung halten.
- Den Unterhalt verdienen,
- die Sprache lernen,
- sich für die Gemeinschaft nützlich machen.
Das fordern besonders die Migranten, die „angekommen“ sind. Den Reichtum ihrer Kulturen wollen und sollen sie nicht wegzüchten.
Um Ihre Erfahrungen und Vorgeschichten geht es heute. Es geht um Zuwanderung als Glücksfall und Chance. „Migration“. Ein Wort für sehr unterschiedliche Wirklichkeiten. „Probleme löst man nicht mit der Denkweise, die sie hervorgebracht hat“, lehrte Einstein.
„Migrationshintergrund“ > Unsere Sprache kennt keine Variante dieses Wortes. Ohne erläuterndes Adjektiv rührt es zusammen, was nicht zusammen gehört.
Ein begrifflicher Eintopf! Genau in sowas rührt der Populist.
Der Diskurs ist emotionalisiert, weil Unterscheiden verlernt wurde.
Die wir meinen, kamen als Fremde und wurden Teil des gemeinsamen Lebens und Landes. Sie haben gearbeitet und arbeiten.
Sie zahlen Steuern, sie ziehen Kinder groß, sie prägen Städte und Vereine.
Ohne sie, wäre dieses Land: • Ärmer • Eintöniger • Schwächer
„WIR von Hier“ meint genauso diese Mitbürger. „Wir“ meint nicht Herkunft. „Wir“ meint Beitrag. „Wir“ meint Zugehörigkeit durch gutes Tun.
Nicht Geburtsort entscheidet. Sondern das Leben hier. Unser Buch dokumentiert das!
Der große Armin Rohde macht die gewollte Würdigung eindrucksvoller.
Ein Schauspieler, üblicherweise Objekt unerbittlicher Betrachtung, wird zum Betrachter.
Das „Set“ ist die Welt von nebenan. Eigentlich steht er vor der Kamera. Diesmal stand er dahinter. Er sieht genauer hin als viele reden. Er erkennt Würde, wo andere Etiketten sehen.
Seine Bilder sind Begegnung. Sie sind Einladung zum zweiten Blick.
Wir freuen uns drauf. Viele der Porträtierten sind heute hier. Das ist großartig!
Dank dafür. Sie geben diesem Abend Gewicht und Wahrheit.
Alles ist möglich! … Auch das Gute!