„Veranstaltung Udo Lindenberg“ – Bürgerhalle Gronau, 3. Juni 2026
Da die geplante Veranstaltung „Udo Lindenberg & Friends“ abgesagt wurde, finden Sie hier die leider nicht gehaltene Begrüßungsrede von Herrn Prof. Hombach zu diesem Anlass.
„Veranstaltung Udo Lindenberg“
anlässlich der Ausstellungseröffnung im rock’n‘popmuseum
Bürgerhalle Gronau, Spinnereistr. 20, 48599 Gronau
03. Juni 2026
Grußwort von
Prof. Bodo Hombach
Verehrter Herr Ministerpräsident Wüst,
verehrter Jubilar, lieber Udo Lindenberg,
verehrte Gäste,
Viele haben es gewünscht und gedacht! Die Brost-Stiftung hat’s gemacht: Eine umfassende Kunst-Werk-Ausstellung des Phänomens Udo Lindenberg. Am 27. Juni 2025 vom Ministerpräsidenten und dem phänomenalen Multitalent Lindenberg musikalisch eröffnet.
Die Ausstellung in der Galerie Ludwig im Schloss Oberhausen sprengte alle Rekorde. So verriet es mir die Hausherrin. Mehrfach verlängert, 7 Monate. Unzählige Besucher haben die Chance ergriffen und sich im „Udoversum“ umgetan.
Sie haben das multi-dimensionale Lebenswerk dieses Ausnahme-Künstlers erkundet. Sie durften sich erinnern, wie oft und intensiv er sie im eigenen Leben begleitet hat.
Mit seinem nuschelnden Trotz gegen die glatt verspachtelten Oberflächen der Konsum- und Massengesellschaft. Das war und ist eine Stimme unserer Zeit.
Ein Leben zwischen Bühne, Atelier und Hotelbar. Ein „unsiezbarer Mensch“, der sich ständig selbst überlebte. Höhen und Tiefen einer Karriere durchwandernd. Mit der Verlässlichkeit seiner ständigen Neuanfänge.
Er versteckt Brüche nicht. Er führt sie mit. Er erkämpfte der Rockmusik die deutsche Sprache. Er führte den kulturellen Dialog, auch über die innerdeutsche Grenze hinweg.
Der Maler, Sänger und Poet bleibt sich gleich, mit Hut, Sonnenbrille, vorgeschobener Unterlippe. Mit dem Innendruck seiner Stimme konnte und kann er sich generationsübergreifend verstehbar machen.
Udo Lindenberg war und ist ein Sicherheitsrisiko für die sich lähmend verwaltende Republik. Symbolfigur für Freiheit, Haltung und künstlerischen Eigensinn.
Sicher war dies auch das Erfolgsgeheimnis von Oberhausen. So wird es auch in Gronau sein. Wer sich auf Udo Lindenberg einlässt, begegnet sich selbst.
- Der eigenen Zeit und Wahrnehmung.
- Den besten seiner Eigenschaften.
- Den kompromisslosen Erkenntnissen seiner Jugend von Liebe und Gerechtigkeit.
- Dem nie ganz im Trott des späteren Lebens verschütteten Traum von Menschlichkeit, Friedenslust und rauer Zärtlichkeit.
Ich weiß natürlich: Seinen „Panic-room“ hat er im Hamburger Atlantic-Hotel. Den kann man nun hier in seiner Heimatstadt besichtigen. Etwas Lokalpatriotismus darf sein: Gronau ist für mich mehr nördliches Ruhrgebiet als südliches Münsterland. Wenn ich ihn ein wenig für uns vereinnahme, heißt das nur, wie groß ich ihn sehe.
Apropos „Atlantic“. Das klingt fast wie „Atlantis“. Das war doch dieser legendäre, versunkene Kontinent. In der Antike: Sehnsuchts- und Rückzugsort. Die Menschen dort ließen sich ihren Hunger nach einer humanen Gesellschaft mit den Realitäten ihrer Zeit nicht abspeisen. Die hatten dort einen Koffer und mit den hiesigen Mächten eine offene Rechnung. Das machte sie stark und schlau, neugierig und erfindungsreich!
Ich danke Ihnen, lieber Udo Lindenberg, für Ihr künstlerisches Schaffenswerk und die ersten 80 Jahre.
Ich danke allen, die jene Ausstellung und dieses Date gewollt und realisiert haben.
Wie ich höre, sind mehrere Museen ganz scharf darauf, den Oberhausener Erfolg auch zu sich zu holen.
Da wurde das sichtbare Werk des denkenden und malenden Künstlers Udo Lindenberg endlich und endgültig „museumsreif“.
Ich danke und ich freue mich auf das Kommende!